Vom Sommerfell zum Winterfell: Tipps und Wissenswertes zum Fellwechsel im Herbst

Islandpferd im Sommerfell

Ende August, Anfang September rieseln die Haare beim Putzen nur so vom Pferd: Das luftige Sommerkleid wird gegen dicken Winterplüsch eingetauscht. Wir haben für euch ein paar Tipps und wissenswerte Infos rund um das Thema Fellwechsel vom Sommerfell zum Winterfell zusammengestellt.

Das Tageslicht und das Hormon Melatonin steuern den Fellwechsel

Der Fellwechsel ist abhängig vom Tageslicht und genau genommen startet der Fellwechsel vom Sommerfell zum Winterfell bereits im Juni, denn am 21. ist die Sommersonnenwende und von da an werden die Tage wieder kürzer.

Nicht alle Pferde sind so topfit im Fellwechsel – also immer genau hinspüren!

Zuständig für den Fellwechsel ist vor allem das Hormon Melatonin. Dieses ist für den Biorhythmus zuständig und steuert neben dem Fellwechsel auch den Schlaf-Wach-Rhythmus des Pferdes. Werden die Tage kürzer (bzw. mit Hinblick auf das Sommerfell länger), produziert der Pferdekörper vermehrt Melatonin und setzt somit den Fellwechsel in Gang. Die Temperatur spielt beim Fellwechsel nur eine untergeordnete Rolle. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass unsere Isis bereits an heißen Spätsommertagen schon ordentlich Plüsch tragen.

Unterschied Sommerfell und Winterfell

Das Haarkleid eines Pferdes besteht aus Wollhaar, Deckhaar, Langhaar (Mähne und Schweif) und Tasthaar. Die Woll- und die Deckhaare bilden das Fell und sie sind die einzigen Haare, die vom Fellwechsel betroffen sind.

Während das Sommerfell nur aus kurzen, feinen Deckhaaren besteht, ist das Winterfell mehrschichtig, weil es aus Deckhaar und Unterwolle besteht.

Aus diesem Grund besteht auch der Fellwechsel aus zwei Phasen: Das Haar, was direkt auf das feine Sommerfell folgt, ist noch nicht das vollständige Winterfell. Das lange und feste Oberhaar, das den typischen Plüsch ausmacht, entsteht, ebenso wie die feine und weiche Unterwolle, erst in der zweiten Phase.

Erhöhter Bedarf an Mineralien und Spurenelementen

Anders, als man meinen könnte, beginnt der Fellwechsel nicht erst mit dem Verlust der Haare, sondern schon viel früher. Wenn die ersten alten Haare fallen, sind die neuen Haare schon längst gebildet. Die Produktion des dicken Teddyfells kostet den Organismus unserer Isis ganz schön viel Kraft. Und sind sie sonst auch recht genügsam, haben sie vor allem in dieser Zeit einen erhöhten Bedarf an Mineralien und Spurenelementen. Deswegen ist unser Tipp für euch, dass ihr eure Pferde in dieser Zeit futtertechnisch bedarfsgerecht unterstützt.

Das Haar des Pferdes besteht aus Proteinen und aus diesem Grund besteht während der Zeit des Fellwechsels auch ein erhöhter Bedarf an Proteinen. Darüber hinaus werden Vitamine und Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Selen sowie B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E vermehrt benötigt. Herrscht hier Mangel, ist das Fell häufig stumpf und brüchig.

Aber: Da der Fellwechsel schon längst im Gange ist, wenn das erste Sommerfell fällt, sollte die Unterstützung idealerweise schon frühzeitig beginnen, damit die Nährstoffreserven nicht gänzlich aufgebraucht werden müssen. Und spätestens wenn ihr merkt, dass eure Pferde schlapper sind als sonst und das Immunsystem vielleicht ein wenig schwächer und euer Pferd anfälliger ist für Krankheiten, solltet ihr über eine bedarfsgerechte Unterstützung nachdenken. Weitere Tipps zum Fellwechsel findet ihr hier.

Abschwitzdecke griffbereit halten

Zwei Isländer tragen Woll Abschwitzdecken

Die Kombination aus dickem Fell und warmen Temperaturen am Tag sorgt dafür, dass unsere Islandpferde beim Training vermehrt schwitzen, um sich abzukühlen.

Wenn ihr vermehrt am Abend reitet, solltet ihr nach Möglichkeit immer eure Abschwitzdecke griffbereit haben, denn sobald die Sonne untergeht, kühlt es sich recht schnell ab. Nehmt ihr nämlich euren Sattel vom warmen und nassgeschwitzten Rücken eures Pferdes, kann es bei den sinkenden Temperaturen schnell passieren, dass sich die Muskeln verspannen. Hier haben wir mehr dazu geschrieben. Sollte euch das Thema Schwitzen und Thermoregulierung interessieren, empfehlen wir euch unseren Beitrag, in dem wir uns näher damit befasst haben.

Deckenpflege im Fellwechsel oder: Wie bekomme ich die Haare wieder raus?

Apropros Abschwitzdecke: Während sich das lange Winterfell verhältnismäßig leicht von den Decken entfernen lässt, stecken die kurzen Sommerhaare wie kleine Borsten im Stoff. Deswegen ist es besonders wichtig, das Pferd vor dem Auflegen der Decke ausgiebig zu putzen.
Eine Möglichkeit, die Haare aus der Decke zu bekommen, besteht darin, die Decke mit einer sauberen (!) Bürste abzubürsten. Hierzu ist es hilfreich, die Decke aufzuhängen. Auch eine Fusselbürste kann helfen.

Eine weitere Möglichkeit, das kurze Fell wieder aus dem Fleecestoff zu entfernen, bietet der Wäschetrockner mit Kaltstufe: Decke rein, ein paar Minuten durchwirbeln lassen und schon sind die Pferdehaare von der Decke ins Flusensieb gewandert. Hier findet ihr noch weitere Pflegetipps für eure Sportsfreund-Decke

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Abschwitzdecken von Sportsfreund Studios
Sportsfreund Studios

Der Blog von Sportsfreund Studios enthält zahlreiche Tipps zum Umgang mit Pferden. Vom Konditionstraining bis zum Lernverhalten der Pferde – hier können Sie alles Lesen. Geschrieben wird der Blog von Karolina Kardel von 360 Grad Pferd.

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